Meine erste Liposuktion

Ich habe dir im Blogpost „ Meine Top 20 Vorbereitung auf die Liposuktionen“ alles erklärt wie du dich auf die Liposuktionen am besten vorbereitest.

Nun war geplant, dass ich mich zuerst an den Beinen operiere. In den letzten Monaten wurden meine Schmerzen in den Armen nun so schlimm, dass ich Lance nur noch ein paar Minuten in den Armen halten konnte. Ich hatte Angst alleine mit ihm weg  zufahren und diesen schweren Maxicosi nicht mehr tragen zu können. Die Schmerzen schränkten mich in meinem Denken ein. So kannte ich mich nicht. Und das machte mir doppelt Angst.

Nach Absprache mit Dr. Witte aus der Lipoclinik haben wir uns umentschieden. Am 22.1.18 ging es los.

Da stand ich nun!

Da stand ich nun. Aufregung stieg bis in die Unendlichkeit. Der Tag der ersten Liposuktion, ich wurde empfangen, mir wurde mein Zimmer zugeteilt und ich bekam eine Kanüle im Fuß. Der Anästisist nahm mir meine Aufregung kurzzeitig. Er war so gut gelaunt und ich fühlte mich bei ihm gut aufgehoben.

Nun ging es den OP Raum. Meine Arme wurden eingesprüht. Ich werde diesen Geruch niemals in meinem Leben vergessen. Die einen mögen diesen Duft, ich nicht.

Ruckzuck war ich auch im Dämmerschlaf. Ich merkte zwischendurch immer mal wieder Schmerzen der OP. Kann mich auch noch an ein paar Sätze erinnern, die ich gesprochen habe. Am meisten erinnere ich mich aber an die Tränen die geflossen sind. Ich habe so viel geweint. Diese ganze Anspannung viel ab.

Dann kam dieser Moment. Ich war komplett wach, wurde aufgerichtet in eine Sitzposition und sah zum ersten Mal meine Arme.

Ich sah das ganze krankhafte Fett welches abgesaugt worden ist. Ganze 4,7 Liter!!!

Diese Gefühl es geschafft zu haben bringt mir jetzt beim schreiben noch Gänsehaut.

Ich bekam auf dem OP Tisch noch mein Arm-Mieder an, bevor ich gleich danach angeschwollen bin. Das Anziehen tat weh und ich merkte schnell, wie schnell was sie mit dem Anschwellen meinten.

Im Zimmer angekommen war mir so kalt. Es gab erst mal ein Heizung unter meine Decke. Mein Kreislauf war auch voll im Keller. Mehrmals übergab ich mich. Ca, 8 Stunden später ging es besser. Die Nacht war nur mit einer Schmerztablette auszuhalten. Und nächsten Tag ging es schon 6 Stunden nach Hause. Ich hatte mein Stillkissen zum Glück dabei, so dass ich meine Arme gut ablegen konnte. Denn Arme hoch halten war das neue Spiel für die nächsten Wochen.

 

 

Tag 2+3 – Ach was fing ich zu Hause an zu heulen. Am nächsten Tag musste ich nun auch noch mein Mieder ausziehen um mich vor der Lymphdrainage ein mal abzuduschen. Da ich offene Löcher der OP hatte, lief da das Wundwasser mit Blut gemischt raus. Also komplett ins Mieder. Das Ausziehen war ganz ehrlich Horror. Ich saß in der Dusche auf einem Hocker. Denn wenn du zum ersten Mal das Mieder aus hast, wird die der Halt genommen. Mein Kreislauf war im Keller. Als ich mit Duschen fertig war, ging es sofort auf die Couch, die ich mit Handtücher ausgelegt hatte. Lufttrocknen war angesagt und mein Mann fönte mein Mieder trocken.

Du brauchst auf alle Fälle jemanden in deiner Nähe. Jemand der auf dich aufpasst. Hätte ich das nämlich nach der 3 ten Liposuktion nicht gehabt, wäre wahrscheinlich schlimmes passiert.

So, nach der Dusche ging es los zur Lymphdrainage. Wieder musste ich mein Mieder ausziehen. Ich heulte so los. Man sah die ganzen Blutergüsse. Die blauen Flecke. Die Verhärtungen. Und all das braucht Zeit um es wieder schön weich zu bekommen. Zeit zum heilen. Zeit um zu schauen, wie vielleicht normale Aussehen.

 

Kühlpads waren meine neuen Freunde

Tag 4+5 – Kühlpads waren meine Freunde. Die MLD war ein bischen besser und ich war den ganzen Tag erschöpft und müde. Als meine Mam zu mir nach Hause kam und mir die Haare über die Wanne gewaschen und geflochten hattem dachte ich nur daran, dass sie das bei mir mit 10 Jahren zum letzten Mal gemacht hat. Wir mussten so lachen und ich war einfach nur froh, dass sie da war. Spielte mit den Kids, hing die Wäsche auf und löste meinen Mann von all den Aufgaben mal kurz ab.

Hilfe und Organisation in dieser Zeit ist das A und O.

Tag 6-10 – Es ging langsam aufwärts. Meine Bewegungen wurden immer mehr. Ich setzte mir täglich neue Ziele. Auch alleine wieder Auto fahren zu können und vor allem mein Baby tragen zu könne. Nun weil es wieder besser lief, merkte ich auch meine Umfangsveränderungen meiner Arme. OMG!!!

 Tag 11-13 – Meine Arme sind steinhart und laufen immer noch so voll trotz manueller Lymphdrainage. Das mich jemand angefasst hat, ging wirklich noch gar nicht und fühlte sich einfach unangenehm an. Was ich aber nun schon konnte, ist das ich mein Mieder alleine ausziehen und anziehen konnte. Das war ein Meilenstein. Nun wurden auch meine Fäden gezogen. Noch zwei Tage habe ich gewartet und los konnte ich wieder zum schwimmen.

Vorher und Nachher Maße und Fotos

Nach 7 Wochen waren meine Arme teilweise immer noch hart. Also weiter geht’s im Plan. Mieder tragen, MLD, schwimmen. Immer und immer wieder.

6.April – Hier mal eine Maße

Oberarm rechts  – vorher 46 cm → nachher 35 cm

Oberarm links – vorher 45 cm → nachher 35 cm

Sind das meine Arme?

 Ist das Hammer oder ist das Hammer? Die Maße sprechen für sich. Optisch bin ich so zufrieden. Immer wieder die Frage: Sind das wirklich meine Arme???

Genauso komisch ist das, das es immer noch in meinem Kopf angekommen ist. Darüber sprach ich auch mit meinem Doc. Ich war froh, dass er immer ein offenes Ohr hatte. Jedes Mal sagte er mir: Frau Smolny, wir sprechen von einem Heilungsjahr. Bitte haben Sie sich Geduld. Sie liefen Jahre lang mit diesen Armen und Schmerzen herum. Geben Sie sich Zeit.

Ach diese Zeit dachte ich. Und ja, er hat ja auch recht.

Das war mein kleines Tagebuch zu meiner ersten Liposuktion. Ganz unverschönt, vielleicht nicht das was jeder lesen möchte? Ich verstehe das. Jeder Körper ist anders, jeder Mensch ist anders.

Wie geht es weiter? Lest gerne im nächsten Blogeintrag, denn die zweite Liposuktion wird ganz ganz anders.